Treppenhaus im Mehrfamilienhaus streichen: Ablauf und Abstimmung
Ein Treppenhausanstrich unterscheidet sich von einem Wohnungsanstrich vor allem organisatorisch. Die Fläche muss während der gesamten Arbeit begehbar bleiben, alle Parteien im Haus sind betroffen, und die Entscheidung darüber fällt nicht allein, sondern in der Gemeinschaft oder über die Verwaltung. Der Anstrich selbst ist der einfachere Teil.
Wer entscheidet und wie
Im Mehrfamilienhaus ist das Treppenhaus in aller Regel Gemeinschaftsfläche. Wer dort streichen lässt, entscheidet nicht als Einzelperson. In einer Eigentümergemeinschaft wird über solche Maßnahmen üblicherweise in der Versammlung beschlossen, und die Verwaltung setzt den Beschluss um. Im Mietshaus liegt die Entscheidung bei der Eigentümerseite.
Für Sie als Bewohnerin oder Bewohner heißt das: Der Weg führt über die Verwaltung oder die Eigentümerseite, nicht über den direkten Auftrag an einen Betrieb. Wer eigenmächtig im Gemeinschaftsbereich streichen lässt, bekommt schnell ein Problem, unabhängig davon, wie gut das Ergebnis aussieht.
Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme, die über den Anstrich hinausgeht. Ein Treppenhaus sammelt über die Jahre Spuren: Dübellöcher von entfernten Halterungen, Kabel, die nachträglich verlegt wurden, überstrichene Verteilerkästen, ausgebesserte Stellen nach Umzügen und Sockelbereiche, die von Schuhen und Taschen gezeichnet sind. All das gehört erfasst, bevor kalkuliert wird, denn jede dieser Stellen ist Handarbeit und keine Fläche.
Was die Ausführung besonders macht
- Der Weg bleibt frei: Ein Treppenhaus ist Fluchtweg und einziger Zugang zu den Wohnungen. Es kann nicht gesperrt werden, auch nicht kurz.
- Abschnittsweise Arbeit: Deshalb wird in Etappen gearbeitet, oft eine Seite oder ein Geschoss nach dem anderen, mit sicherer Führung an der frischen Fläche vorbei.
- Bodenschutz durchgängig: Der Bodenbelag im Treppenhaus ist meist empfindlich und wird stark begangen. Der Schutz muss rutschfest liegen und darf keine Stolperstelle bilden.
- Handläufe und Geländer: Sie müssen benutzbar bleiben. Wenn sie mitbehandelt werden, braucht es einen Plan, wann welcher Abschnitt frisch ist.
- Arbeiten über Treppenläufen: Hier ist eine sichere Arbeitsebene nötig. Das ist ein eigener Aufwand und ein Grund, warum Treppenhäuser aufwendiger sind, als ihre Fläche vermuten lässt.
Die Gestaltung ist im Treppenhaus eine gemeinsame Entscheidung und deshalb oft die schwierigste. Anders als in der eigenen Wohnung müssen sich mehrere Parteien einigen, und der Ton bleibt für lange Zeit. Bewährt hat sich, die Frage sachlich zu führen: Ein Treppenhaus ist meist schlecht belichtet, es wird stark begangen, und es soll über Jahre gut aussehen. Daraus folgt fast von selbst eine zurückhaltende, helle Gestaltung mit einem robusteren, gut zu reinigenden System im unteren Bereich.
Warum die Information der Hausgemeinschaft dazugehört
Ein Treppenhausanstrich betrifft jeden im Haus über mehrere Tage. Wer wann welchen Abschnitt nicht nutzen kann, wann frische Flächen nicht berührt werden dürfen, wo Material steht: Das gehört im Vorfeld mitgeteilt, mit einem Aushang und rechtzeitig. Ein Betrieb, der das anbietet oder von sich aus anspricht, kennt die Situation.
Besonders wichtig ist die Abstimmung bei Haushalten mit eingeschränkter Mobilität, mit kleinen Kindern oder mit Lieferungen. Auch Rettungswege müssen jederzeit nutzbar bleiben. Diese Punkte sind kein Beiwerk, sondern der Kern der Planung.
Was den Aufwand treibt
Treppenhäuser sind selten einfache Flächen. Sie sind hoch, oft schlecht belichtet, haben viele Kanten, Nischen, Türlaibungen, Briefkastenanlagen, Verteilerkästen und Leitungen an der Wand. Jedes dieser Details ist Handarbeit. Dazu kommt der Zustand: In stark begangenen Bereichen ist der Sockelbereich meist deutlich beansprucht und braucht eine eigene Behandlung, teils mit einem robusteren System als die Fläche darüber.
Ein Wort zu den Zeiten: In einem bewohnten Haus arbeiten die Ausführenden im Lebensraum aller Parteien. Ruhezeiten gelten auch auf einer Baustelle, und staubintensive oder laute Arbeitsgänge gehören in die Kernzeit des Tages. Ein Betrieb, der das von sich aus anspricht und einen Ablaufplan vorlegt, erspart der Verwaltung eine Reihe von Beschwerden und Ihnen die Rolle des Vermittlers.
Fazit
Der Treppenhausanstrich ist eine Organisationsaufgabe mit anschließendem Anstrich. Klären Sie zuerst die Zuständigkeit, planen Sie abschnittsweise, informieren Sie das Haus rechtzeitig und rechnen Sie damit, dass Details und Arbeitshöhe den Aufwand bestimmen, nicht die Quadratmeterzahl.