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Holzfenster lackieren: Ablauf, Aufwand und Grenzen

Beim Lackieren von Holzfenstern liegt der Aufwand in der Vorbereitung und in der sorgfältigen Behandlung der Kanten, nicht im Lackauftrag. Falz, Kanten und der untere Bereich mit dem Wetterschenkel entscheiden darüber, ob ein Fensteranstrich lange hält, denn dort greift die Witterung zuerst an.

Warum Fenster ein Sonderfall sind

Ein Fenster ist kein flaches Bauteil, sondern eine Konstruktion mit vielen Kanten, Fugen und beweglichen Teilen. Genau an den Kanten wird eine Lackschicht dünner, weil Material dort abläuft. Dünne Stellen sind die Schwachstellen, an denen Feuchtigkeit eindringt. Deshalb werden Kanten bei fachgerechter Arbeit gebrochen, also leicht gerundet, damit der Lack dort überhaupt eine ausreichende Schicht halten kann.

Hinzu kommt die Beanspruchung. Ein Fenster ist auf der Außenseite Regen, Sonne und Temperaturwechseln ausgesetzt, auf der Innenseite dagegen Raumklima und Kondensat. Beide Seiten stellen unterschiedliche Anforderungen, und der Bereich dazwischen, der Falz, ist der Ort, an dem sich Feuchtigkeit sammelt, wenn etwas nicht stimmt.

Was zum Ablauf gehört

  • Beschläge und Dichtungen: Sie werden abgenommen oder geschützt. Lack auf einer Dichtung macht sie unbrauchbar.
  • Alten Anstrich beurteilen: Was hält, bleibt und wird angeschliffen. Was sich löst, muss herunter, gerade an den Wetterseiten.
  • Schadstellen im Holz: Weiches, ausgewaschenes oder angegriffenes Holz wird ausgebessert oder ersetzt. Lack über morschem Holz ist verlorene Arbeit.
  • Verglasungsfugen: Der Anschluss zwischen Glas und Rahmen ist eine typische Schwachstelle und wird mitbehandelt.
  • Kanten brechen: Damit die Schicht an den Kanten hält.
  • Aufbau in Schichten: Voranstrich und mehrere Lackaufträge mit Zwischenschliff, nicht ein dicker Auftrag.

Ein Detail, das den Unterschied macht: Innen- und Außenseite eines Fensters stellen unterschiedliche Anforderungen, und der Übergang dazwischen ist heikel. Außen muss die Beschichtung Wetter und Sonne aushalten und Feuchtigkeit fernhalten. Innen geht es um eine gut zu reinigende, mechanisch belastbare Oberfläche. Der Falz dazwischen ist der Bereich, in dem sich Feuchtigkeit sammelt, wenn sie einmal eingedrungen ist, und der zugleich am schwersten zu erreichen ist. Genau deshalb ist er die Stelle, an der fachgerechte Arbeit sichtbar wird.

Warum die Wartezeiten den Termin bestimmen

Ein Fensteranstrich ist nicht an einem Nachmittag erledigt, auch wenn die reine Auftragszeit kurz ist. Zwischen den Schichten muss der Lack durchtrocknen, bevor geschliffen und erneut aufgetragen wird. Solange die Flügel offenstehen oder ausgehängt sind, ist das Fenster nicht nutzbar. Bei Außenarbeiten kommt die Witterung dazu: Regen, hohe Luftfeuchte oder ungünstige Temperaturen verschieben den Ablauf.

Deshalb ist die Jahreszeit bei Fenstern ein Thema. Die milderen Abschnitte des Jahres mit stabiler, trockener Witterung sind der naheliegende Zeitraum für Außenarbeiten. Ein Betrieb, der bei ungünstiger Witterung auf einen späteren Termin verweist, handelt fachlich richtig.

Auch die Reihenfolge auf der Baustelle will bedacht sein. Werden Fenster und angrenzende Wandflächen bearbeitet, sollte die Abfolge stimmen, damit nicht der fertige Lack durch spätere Arbeiten wieder verstaubt oder beschädigt wird. In aller Regel wird deshalb erst der Bereich um das Fenster hergerichtet und der Fensteranstrich als einer der letzten Schritte ausgeführt. Wer die Reihenfolge umdreht, arbeitet zweimal.

Wann ein Anstrich nicht mehr genügt

Nicht jedes Fenster ist noch zu retten. Wenn Holz großflächig weich ist, wenn sich Ecken lösen, wenn Wasser dauerhaft im Falz steht oder wenn die Konstruktion selbst nicht mehr dicht schließt, ist ein Anstrich nur ein Aufschub. Dann geht es um Reparatur durch das Holzhandwerk oder um Erneuerung, und der Maler kommt erst danach ins Spiel.

Ein guter Betrieb sagt Ihnen das bei der Besichtigung. Er unterscheidet zwischen Fenstern, bei denen ein Anstrich die Substanz erhält, und solchen, bei denen die Substanz bereits verloren ist.

Fazit

Holzfenster lackieren ist Detailarbeit an Kanten, Falzen und Anschlüssen, verteilt über mehrere Arbeitsgänge mit Trockenzeiten dazwischen. Wer die Fenster regelmäßig pflegen lässt, bevor Schäden entstehen, erhält die Substanz. Wer wartet, bis der Lack großflächig abplatzt, zahlt für Holzarbeit statt für Anstrich.

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