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Malerbetrieb auswählen: Woran Sie sorgfältige Arbeit schon vor dem Auftrag erkennen

Einen sorgfältigen Malerbetrieb erkennen Sie daran, dass er den Untergrund prüft, bevor er über Farbe spricht. Wer eine Wohnung betritt, kurz die Flächen überschlägt und noch am selben Tag eine Pauschalsumme nennt, hat weder den Altanstrich beurteilt noch die Saugfähigkeit der Wände geprüft. Genau daran entscheidet sich aber, wie lange ein Anstrich hält.

Die Besichtigung sagt mehr als das Angebot

Achten Sie bei der Ortsbesichtigung darauf, was der Fachmann tatsächlich tut. Ein erfahrener Maler fasst die Wände an, klopft Stellen ab, sieht sich Ecken und Anschlüsse an und fragt nach der Vorgeschichte des Raumes. Er will wissen, wann zuletzt gestrichen wurde, ob es Feuchtigkeitsschäden gab, ob geraucht wurde und ob die Wände früher tapeziert waren.

Diese Fragen sind kein Smalltalk. Aus den Antworten ergibt sich, ob eine Grundierung nötig ist, ob abgesperrt werden muss und wie viele Durchgänge realistisch sind. Wer diese Fragen nicht stellt, kalkuliert ins Blaue und muss später entweder nachfordern oder an der Ausführung sparen.

Woran Sie fachliche Substanz festmachen können

Es gibt Anhaltspunkte, die sich auch ohne eigenes Fachwissen prüfen lassen:

  • Qualifikation: Fragen Sie nach der Ausbildung und danach, ob ein Meisterbetrieb dahintersteht. Das Maler- und Lackiererhandwerk hat eine klar geregelte Qualifikation.
  • Versicherungsschutz: Eine Betriebshaftpflicht sollte selbstverständlich sein. Fragen Sie danach, bevor jemand in Ihrer Wohnung arbeitet.
  • Referenzen mit Bezug: Nicht die Menge zählt, sondern ob eine davon Ihrem Vorhaben ähnelt. Wer vor allem Neubauten ausmalt, hat mit einer Altbaudecke andere Erfahrungen als jemand, der täglich in Bestandswohnungen arbeitet.
  • Erreichbarkeit: Ein Betrieb, der vor dem Auftrag schwer zu erreichen ist, wird während der Arbeiten selten besser.

Fragen Sie außerdem, wer die Arbeit tatsächlich ausführt. In manchen Betrieben kommt der Meister zur Besichtigung, und auf der Baustelle stehen später Kräfte, die er selbst zum ersten Mal sieht. Das muss kein Nachteil sein, solange die Verantwortung klar bleibt und jemand die Ausführung anleitet und kontrolliert. Problematisch wird es, wenn niemand benennen kann, wer für das Ergebnis geradesteht. Klären Sie deshalb, wer Ihr Ansprechpartner während der Arbeiten ist und wie oft die Leitung selbst vor Ort schaut.

Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

Skeptisch werden sollten Sie, wenn der Preis auffällig weit unter allen anderen Angeboten liegt. Malerarbeiten bestehen zum größeren Teil aus Arbeitszeit, nicht aus Material. Wer deutlich günstiger ist, spart die Zeit ein, und die Zeit steckt in den Vorarbeiten, die Sie hinterher nicht mehr sehen können.

Ebenfalls ungut ist Druck. Ein Angebot, das nur heute gilt, oder eine Anzahlung, die vor jeder Leistung fällig wird, passt nicht zu einem Handwerksbetrieb mit gefüllten Auftragsbüchern. Wer gute Arbeit leistet, hat es meist nicht eilig, Sie zu überzeugen.

Was ein gutes Gespräch ausmacht

Ein guter Malerbetrieb sagt Ihnen auch, was er nicht macht. Er weist darauf hin, wenn ein Schimmelbefall zuerst von anderer Stelle beurteilt werden muss, wenn eine Feuchteursache ungeklärt ist oder wenn ein gewünschter Farbton auf dem vorhandenen Untergrund nur mit erheblichem Aufwand deckend wird. Diese Ehrlichkeit kostet ihn kurzfristig Auftragsvolumen und ist deshalb ein besonders belastbares Zeichen.

Umgekehrt sollten Sie hellhörig werden, wenn auf jede Frage die gleiche beruhigende Antwort kommt. Malerarbeiten haben Grenzen. Ein Anstrich behebt keine Bauschäden, er macht keine unebene Wand gerade und er beseitigt keine Ursache von Feuchtigkeit. Wer das anders darstellt, verkauft Ihnen ein Ergebnis, das die Arbeit nicht liefern kann.

Ein weiterer Punkt, der sich vor dem Auftrag prüfen lässt, ist der Umgang mit Terminen. Wer eine Zusage macht, sie schriftlich bestätigt und sich bei Verschiebungen von sich aus meldet, arbeitet organisiert. Wer den Termin vage lässt und auf Nachfragen ausweicht, hat entweder zu viel angenommen oder plant Ihren Auftrag als Lückenfüller zwischen anderen Baustellen ein. Das merken Sie spätestens dann, wenn ein angefangener Raum tagelang unberührt bleibt, weil die Kolonne anderswo gebraucht wird.

Fazit

Die Auswahl entscheidet sich vor dem ersten Pinselstrich. Ein Betrieb, der den Untergrund prüft, unbequeme Hinweise gibt, seine Vorarbeiten benennt und ohne Druck arbeitet, liefert mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Ergebnis, das trägt. Nehmen Sie sich für diese Auswahl mehr Zeit als für die Entscheidung über den Farbton.

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