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Fassadenanstrich: Woran Sie erkennen, dass die Fassade wirklich einen braucht

Eine Fassade braucht keinen neuen Anstrich, weil eine bestimmte Zeit vergangen ist, sondern weil ihr Zustand es verlangt. Die Anzeichen sind konkret: Die Oberfläche kreidet, es bilden sich Risse, der Altanstrich blättert ab, Bewuchs setzt sich fest oder Bereiche sind durchfeuchtet. Reine Verschmutzung dagegen ist kein Grund zu streichen, sondern zu reinigen.

Die Anzeichen im Einzelnen

Kreiden ist das häufigste Signal. Fahren Sie mit der Hand über die Fassade: Bleibt Pigment an der Handfläche, hat das Bindemittel an der Oberfläche seine Aufgabe verloren. Die Schicht schützt dann nicht mehr zuverlässig, auch wenn sie von weitem noch ordentlich aussieht.

Risse sind das zweite Signal, aber nicht jeder Riss bedeutet dasselbe. Feine, netzartige Risse in der Beschichtung sind etwas anderes als ein durchgehender Riss, der einer Bauteilbewegung folgt. Die einen lassen sich mit einem geeigneten System überarbeiten, die anderen verlangen zuerst eine Klärung der Ursache. Wer einen bewegten Riss einfach überstreicht, sieht ihn nach dem nächsten Jahreslauf wieder.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Verschmutzung und Schaden. Eine Fassade, die grau oder fleckig aussieht, ist deshalb noch lange nicht anstrichbedürftig. Ruß, Staub und Bewuchs setzen sich auf jeder Oberfläche ab, besonders auf den Seiten, die selten Sonne bekommen. In vielen Fällen ist eine fachgerechte Reinigung die richtige und deutlich geringere Maßnahme. Sie stellt das Erscheinungsbild wieder her, ohne dass eine weitere Schicht auf den ohnehin schon vorhandenen Aufbau kommt.

Was Sie selbst prüfen können

  • Die Handprobe: Kreidet die Fläche?
  • Die Wetterseite zuerst: Sie zeigt Schäden früher als die geschützten Seiten. Was dort passiert, kündigt an, was der Rest bald tut.
  • Sockel und Anschlüsse: Am Sockel, an Fensterbänken, an Dachrändern und rund um Rohre beginnen die meisten Schäden.
  • Bewuchs: Grüner oder dunkler Belag zeigt an, dass Flächen lange feucht bleiben. Das ist ein Hinweis auf die Ursache, nicht nur ein optisches Thema.
  • Abplatzungen: Wo sich Schichten lösen, dringt Feuchtigkeit ein. Das ist der Punkt, an dem Warten teuer wird.

Warum Warten den Aufwand vervielfacht

Solange nur die Beschichtung müde ist, ist eine Fassade ein Anstrichthema. Sobald Feuchtigkeit durch schadhafte Stellen in den Putz und weiter ins Mauerwerk gelangt, wird daraus ein Instandsetzungsthema mit Putzarbeiten, Trocknung und deutlich größerem Umfang. Der Übergang zwischen beiden Zuständen ist fließend und von außen nicht immer sichtbar.

Deshalb lohnt sich der regelmäßige Blick, besonders nach den nassen und kalten Abschnitten des Jahres. Eine kleine schadhafte Stelle rechtzeitig geschlossen ist eine geringe Maßnahme. Dieselbe Stelle nach mehreren Wintern ist ein Bauteilschaden.

Was vor dem Anstrich zu klären ist

Bevor eine Fassade gestrichen wird, klärt der Fachbetrieb, welches System vorhanden ist und was darauf passt. Eine Fassade auf einem Wärmedämmverbundsystem verlangt eine andere Behandlung als ein massiver Altbauputz, und eine historische Fassade wieder eine andere. Wer hier das falsche System wählt, kann eine intakte Fassade dauerhaft schädigen, weil die Feuchtigkeit nicht mehr heraus kann.

Ebenso gehört die Frage nach der Zugänglichkeit vorab geklärt, denn Gerüst oder Hubarbeitsbühne sind ein eigener und erheblicher Aufwandsposten.

Hilfreich ist es, den Zustand über die Jahre festzuhalten. Wer einmal im Jahr die gleichen Stellen aus der gleichen Perspektive aufnimmt, sieht Veränderungen, die im Alltag niemandem auffallen, weil sie langsam passieren. Ein Riss, der länger wird, ein Bereich, der sich ausbreitet, ein Sockel, der dunkler wird: Auf einzelnen Aufnahmen ist das nicht zu erkennen, im Vergleich über mehrere Jahre dagegen sehr deutlich. Diese Sammlung ist bei der späteren Beurteilung durch einen Fachbetrieb Gold wert.

Fazit

Prüfen Sie die Fassade nach Zustand, nicht nach Kalender. Kreiden, Risse, Bewuchs und Abplatzungen sind die Signale, die Wetterseite ist der Frühwarnbereich. Wer bei den ersten Anzeichen handelt, bleibt beim Anstrich. Wer wartet, landet bei der Instandsetzung.

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